Verzicht auf Antibiotika

Mensch und Tier haben recht oft mit Infektionen zu tun, diese sind ein tägliches Thema in meiner ärztlichen Praxis. Generell behandle ich Infekte erst einmal mit Heilkräutern, denn diese sind nebenwirkungsarm und helfen oft recht zuverlässig.

Doch auch in der universitären Schulmedizin wird zunehmend zum Verzicht auf Antibiotika zugunsten anderer Maßnahmen wie auch zu pflanzlichen Präparaten geraten, zum Beispiel empfiehlt die Universitäts-Frauenklinik Bern bei Blaseninfekten ein natürliches Behandlungsschema ohne Antibiotika. Dies aufgrund der zunehmenden Brisanz der Resistenzen auf gängige Antibiotika, welche dann bei lebensbedrohlichen Infekten nicht mehr wirken.

Apotheke der Natur

Dabei hat die Natur eine Fülle an hilfreichen Kräutern zur Verfügung gestellt. Denn Pflanzen werden ebenfalls häufig von Infekten durch Viren, Bakterien und Pilze befallen, mit denen sie ständig in engem Kontakt sind.

Die Kräuter entwickeln hierfür ausgeklügelte Schutzstoffe, die stets hochaktuell sein müssen und sich an die Entwicklung der Infektionserreger ständig anpassen, ein sehr dynamisches Wechselspiel also, das stets hochaktuell ist. Schliesslich hängt ihr Überleben davon ab.

Diese pflanzlichen Schutzstoffe, man könnte sie auch das „pflanzliche Immunsystem“ nennen, wirken ebenfalls in Mensch und Tier antiinfektiös. Beispiele sind die vielfältigen ätherischen Öle, oder die meist scharf schmeckenden Senföle, oder auch Gerbstoffe.

 

Feldthymian – Thymus serpyllum

Eine meiner Lieblingspflanzen bei Atemwegsinfekten ist der „wilde Thymian“, auch Feldthymian oder Quendel, lateinisch Thymus serpyllum L. genannt. Er hilft mir immer wieder zuverlässig bei Schnupfen und Erkältungen in der kalten Jahreszeit. Dazu kann er sehr leicht an sonnig-steinigen Ecken im Garten gepflanzt werden, denn er ist winterhart im Gegensatz zum oft frostempfindlicheren gewöhnlichen Thymian.

Dr. Marianne Ruoff

Thymian bei Atemwegsinfekten

Beide Thymian-Arten enthalten Thymol, welches eine Komponente ihres ätherischen Öles ist. In Forschungsstudien konnte gezeigt werden, dass Thymol eine der stärksten antibakteriell und antiviral wirksamen pflanzlichen Einzelsubstanzen ist. Dazu wirkt es schmerzlindernd und krampflösend. Die enthaltenen Gerbstoffe und Flavonoide wirken ebenfalls antiviral, zudem besitzt Thymian auswurffördernde Eigenschaften. Insgesamt also eine tolle Kombination gerade bei Atemwegsinfekten, welche nebst Blaseninfekten und Hautinfekten die häufigsten Infekte des Menschen sind.

Für all diese Infekte gibt es eine große Fülle an Heilpflanzen, deren Auswahl und Anwendung einfacher wird, wenn man die Gesichtspunkte der Traditionellen Chinesischen Medizin mit einbezieht.

Heilen ohne Antibiotika

Wer noch mehr zu antiinfektiös wirkenden Pflanzen, ihrer Anwendung bei den häufigsten Infekten sowie zur Stärkung der körpereigenen Infektabwehr hören möchte, ist herzlich zu meinem Tagesseminar am 05. Oktober im Artemisia-Kräutergarten im Allgäu eingeladen. Informationen und Anmeldung findet ihr hier.

 

Dr. Marianne Ruoff

Dr. med. Marianne Ruoff

Fachärztin für Allgemeinmedizin FMH, Traditionelle Chinesische Medizin
SACAM, Phytotherapie SMGP, in Bern. Sie verbindet Ihre Praxiserfahrung als Fachärztin  und Phytotherapie/Pflanzenheilkunde mit Ihrer Neugier für die Pflanzenwelt mit all Ihren Facetten und Schönheiten. Sie ist in eigener Praxis in Bern/Schweiz seit 13 Jahren tätig.

www.naturalmedizin.ch

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