Antivirale Kräuter und das neue Coronavirus

Coronaviren

Das derzeit sehr präsente SARS-CoV-2 ist neu in vielerlei Hinsicht. Nicht nur gestaltet es den Alltag der meisten Menschen eindeutig neu, es scheint auch eine neue Variante der schon lange bekannten Coronavirengruppe zu sein. Dennoch: Forschungsarbeiten haben gezeigt, dass 79,5% des Genoms, also der Erbmasse dieses neuen Virustyps, identisch ist mit dem Genom des für die SARS-Epidemie in den Jahren 2002/3 verantwortlichen Virus SARS-CoV.
Auch in weiteren Bereichen wie Ausbreitungsart und Erkrankungsverlauf ist es sehr ähnlich wie das Virus der Epidemie 2002/3. Damals wie aktuell verordnete die Chinesische Regierung zusätzlich zur schulmedizinischen Therapie die Anwendung von Traditioneller Chinesischer Kräutertherapie. Aus diesen damaligen und den aktuellen Erfahrungen konnten einige Erkenntnisse zur Wirksamkeit von Behandlungen, Medikamenten und Heilkräutern sowie deren Wirkstoffen gegen das SARS-Co-Virus gewonnen werden.

Diese Erkenntnisse benutzt nun die pharmazeutische Forschung fieberhaft, um eine wirksame Therapie gegen das aktuelle, also neue SARS-CoV-2 Virus zu finden. Dies in allen Bereichen, also im Bereich der chemischen Medikamente wie auch der pflanzlichen Medikamente. Doch die Forschung benötigt ihre Zeit, um eine fundierte Behandlungsbasis zu schaffen. Bis dahin jedoch werden die erkrankten Personen mit Therapien behandelt, von denen man aufgrund der aktuellen und früheren Erfahrungen der Epidemie 2002/3 ausgeht, dass sie auch gegen das neue Virus hilfreich sind.

Engelwurz – Angelica archangelica

Wirksame Heilkräuter und Tipps bei Infektion

Im Bereich der Heilpflanzen gibt es nun einige Wirkstoffe, Pflanzen und Kräuterkombinationen, welche Wirkungen gegen das SARS-Corona-Virus gezeigt hatten. Dies fängt bei Wirkungen gegen die äussere Hülle des Virus an, geht weiter über das „Andocken“ des Virus an den Körper oder die Körperzellen, das Eintreten in die Zelle, die Benutzung verschiedener Enzyme für Verbreitung und Vermehrung bis hin zu Gegenregulation der vom Virus ausgelösten schadhaften Mechanismen in den Körperzellen oder im gesamten Stoffwechsel. Einige dieser Pflanzen und Pflanzenwirkstoffe lassen sich auch in der europäischen Kräuterwelt finden, worüber ich sehr gerne in meinem auf Herbst geplanten Kräuterseminar berichten werde.

Aufgrund der Dringlichkeit habe ich auf meiner Homepage www.naturalmedizin.ch einige dieser Pflanzen aufgelistet mit Beispielen ihrer Verwendung zur Vorbeugung einer Infektion. Dies zusätzlich zu den aktuellen von den Behörden empfohlenen Schutzmassnahmen. Ich empfehle zudem sehr, so wie es auch die Chinesische Regierung bei der aktuellen Coronaepidemie geboten hat, eine in traditioneller chinesischer oder anderweitiger Kräutertherapie ausgebildete Fachperson zur vorbeugenden oder im Erkrankungsfall begleitenden Behandlung zu konsultieren zusätzlich zu den schulmedizinischen Massnahmen.

Heilen ohne Antibiotika

Wer noch mehr zu antiinfektiös wirkenden Pflanzen, ihrer Anwendung bei den häufigsten Infekten sowie zur Stärkung der körpereigenen Infektabwehr hören möchte, ist herzlich zu meinem Tagesseminar am 26. September im Allgäu eingeladen. Alle Informationen hier Heilen ohne Antibiotika

Dr. Marianne Ruoff

Dr. med. Marianne Ruoff

Fachärztin für Allgemeinmedizin FMH, Traditionelle Chinesische Medizin
SACAM, Phytotherapie SMGP, in Bern. Sie verbindet Ihre Praxiserfahrung als Fachärztin  und Phytotherapie/Pflanzenheilkunde mit Ihrer Neugier für die Pflanzenwelt mit all Ihren Facetten und Schönheiten. Sie ist in eigener Praxis in Bern, Schweiz seit 13 Jahren tätig.

www.naturalmedizin.ch

Teilen

Share on facebook
Share on twitter
Share on email
Share on print

Andorn- alte Heilpflanze neu entdeckt

Andorn - alte Heilpflanze neu entdeckt

Die Geschichte des Andorn

 Andorn, Marrubium vulgare

Aufgrund seiner herausragenden historischen Bedeutung und der umfangreichen Dokumentation seiner Wirkungen hatte der „Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ an der Universität Würzburg den Andorn zur Arzneipflanze des Jahres 2018 gewählt, eine Pflanze, die außerhalb von Fachkreisen hierzulande kaum bekannt ist. Ein Lippenblütler, der von der Antike bis weit in die Neuzeit zu den wichtigsten Arzneipflanzen Europas gehörte und dessen Einsatz bei Katarrhen der Atemwege und bei Verdauungsbeschwerden heute wie damals gerechtfertigt ist.

Wenn man in die Geschichte schaut, kann man sich kaum vorstellen, dass Andorn heute zu den vergessenen Pflanzen gehört und so selten verwendet wird. Dabei galt Andorn schon während des jüdischen Pessachfestes als eines der fünf stärkenden, bitteren Kräuter.  Bei den alten Ägyptern und Römern war er ein bewährtes Mittel gegen Atembeschwerden; der Militärarzt Dioskurides verwendete ihn bei Schwindsucht und Asthma. Im Lorscher Arzneibuch (um 750) ist er gegen zahlreiche „Malhaisen“ vertreten, z.B. in einer Mischung mit Ingwer, Ysop und Honig für Patienten mit chronischem Husten, vor allem für jene die „alle Hoffnung schon aufgegeben haben“. Kurz darauf schrieb Walahfrid Strabo über den bitteren Andorn: „…Freilich er brennt gewaltig im Mund und schmeckt weitaus schlechter als er riecht. …, lindert aber quälende Beklemmung der Brust, wenn man ihn als bitteren Trank einnimmt“. Paracelsus, der große Naturheilarzt im 16. Jh. bezeichnete ihn unmissverständlich als „Arzt der Lunge“. Bis zu den Kräuterpfarrern Kneipp und Künzli im vorigen Jahrhundert war Andorn zur Behandlung der Tuberkulose geschätzt, sicher auch weil Bitterstoffe tonisieren und kräftigen. Die moderne Ethnomedizin berichtet vom Gebrauch unter Albanern, die bei vielerlei „Wehwehchen“ erst einmal den ihnen besonders wichtigen Andorntee trinken: manches Leiden ist dann gelindert oder entwickelt sich erst gar nicht. Sie kochen ihn 5-10 Min. mit einem Lorbeerblatt und einer Feige zusammen – das schmeckt köstlich!

Jeder weiß: bitter ist gesund. Doch Bitter ist nicht nur fürs Bier gut, auch für die Verdauung, das Herz und die Stimmung, ja für ein längeres Leben. „Ad longam vitam“: für ein langes Leben, nannten unsere Vorfahren Lebenselixiere, die sie aus der bitteren Medizin entwickelt hatten. Andorn hat viel davon, das bezeugt sein Name: „Marrubium“ , aus dem hebräischen von „mar: bitter und rob: viel“: sehr bitter also! Viel Bitteres steckt im Andorn – kein Wunder wurde er früher zum Bierbrauen benutzt und hieß in südlichen Gegenden Berghopfen.

 

Heilpflanzen werden schon seit der Steinzeit angewendet

Herkunft und Ernte

Marrubium stammt aus Südosteuropa, vom Mittelmeergebiet bis nach Zentralasien, und wurde durch die Jahrtausende lange Verwendung als Heilkraut bis nach Nord- und Südamerika verbreitet. Seine runzeligen Blätter mit ihrem filzig-weißen Verdunstungsschutz zeichnen die Pflanze aus als Bewohner trocken-warmer Standorte. Heute ist er bei uns nur sehr selten zu finden, wenn, dann auf sonnigen trockenen Magerrasen oder auf Schutthalden. Er gehört zu den stark gefährdeten Arten und darf wild nicht gesammelt werden (rote Liste). Deshalb am besten selbst anbauen: Andorn liebt Sonne samt Windschutz und lockeren, trockenen mageren, auch steinigen Boden.  Die Samen April bis Mai aussäen und nur ganz leicht mit Erde bedecken und immer feucht halten. Oder, noch einfacher, Jungpflanzen im Frühjahr oder Herbst im Abstand von 30 cm einpflanzen. Das Gute ist: er breitet sich schnell aus und wird nur selten von Schädlingen befallen, vor allem wenn er unter Obstbäumen gepflanzt wird: seine Bitter- und Gerbstoffe wehren sie gekonnt ab.

Zwischen Juni und September entfalten sich am oberen Stängelabschnitt in kugeligen Scheinquirlen seine kleinen weißen Lippenblütchen . Sie fallen auf durch ihre steil aufgerichtete zweizipfelige Oberlippe und dem Kelch, zehnzähnig, mit hakenförmig gebogenen Spitzen. Diese verhaken sich gerne in Fellen vorbeistreifender Tiere und nutzen die behaarte Tierwelt als Taxi für die Verbreitung ihrer Früchte. Wahrscheinlich leitete man daraus den mittelalterlichen Namen «An-Dorn» ab.

Ernten: Von Juni bis August die oberen 10 cm der Pflanze der blühenden Pflanze; rasch und unzerkleinert im Schatten trocknen und aromageschützt aufbewahren.

 

 

 

 

 

 

 

Bei Erkältungskrankheiten und Verdauungsbeschwerden ein wichtiges Heilmittel.

Die Andorn Apotheke

Wie so oft macht die Wirkung die Gesamtheit seiner Inhaltsstoffe aus; Pflanzen sind eben Vielstoffgemische. Neben seinen vielgerühmten Bitterstoffen (u.a. Marrubiin) enthält er bis 7 % Gerbstoffe und wenig ätherische Öle. Weiterhin Saponine, zellschützende Flavonoide, Cholin, Harze, Schleimstoffe und reichlich Kalium und Calzium. Somit wird Andorn vor allem bei Atemwegs- und Verdauungsbeschwerden eingesetzt.

Bei Erkältungskrankheiten nutzt man die sekretlösenden Eigenschaften der Bitterstoffe, Saponine und ätherischen Öle. Vor allem das bittere Marrubiin aktiviert die Sekretion der Atemwegsdrüsen, verflüssigt mithilfe der Sapoinine und ätherischen Öle den zähen Bronchialschleim und erleichtert das Abhusten – Andorn wirkt auswurffördernd. In Verbindung mit den keimwidrigen ätherischen Ölen wirkt Andorn auch entkrampfend, gefäßerweiternd, leicht fiebersenkend, abwehrstärkend und gegen Atemwegserreger. Besonders empfehlenswert ist das allgemein kräftigende Tonikum bei chronischer Bronchitis älterer, geschwächter, erschöpfter Menschen, bei Keuchhusten zum Ausheilen und bei Asthma zum Stärken. Übrigens auch zur Begleitbehandlung der Fieberschübe bei Malaria, das nutzt man seit langem. Bitter kräftigt den erschöpften Körper.

Bei Verdauungsbeschwerden spürt man schnell die in der Pflanze enthaltene „bittere Medizin“. Insbesondere das Marrubiin regt die Verdauungssäfte, vor allem den Gallensaft an und entkrampft zusätzlich den Magen-Darmtrakt. Neben dem bitterkräftigen Tee kann man auch gallefördernde, kräftigende, appetitanregende Weine und Bitterliköre mit Andorn selbst ansetzen – und bald das eigene „Lebenselixier“ genießen. Aufgrund der bakteriziden, zusammenziehenden Gerbstoffe und ätherischen Öle lindert Andorn auch  Durchfallerkrankungen.

Äußerlich kann man Andorn zum Gurgeln bei Mund- und Rachenentzündungen und zur Wundbehandlung einsetzen.

Eine positive Monografie vergab die Kommission E für Katarrhe der Luftwege, zur Unterstützung der Schleimlösung im Bereich der Atemwege. Bei Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl und Blähungen. Nebenwirkungen/Gegenanzeigen: Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch nicht bekannt. Tagesdosis: 4,5 g Droge, 2-6 EL Presssaft. Als Tee, Frischpflanzenpresssaft, Tinktur (1:5), Bitterwein.

Andorntee: 1 TL (1 g) geschnittenes Andornkraut mit 1 Tasse heißem Wasser übergießen, 7 Min. ziehen lassen und abgießen. 2–3 × tägl. 1 Tasse 30 Min. vor den Mahlzeiten trinken bei Verdauungsbeschwerden oder zum Appetitanregen. Als schleimlösendes Mittel bei Husten mehrmals täglich 1 Tasse.

Albaners „Allerheiltee“: 5 TL Andornkraut mit 1 Lorbeerblatt und 1 Feige zusammen 7 Min. kochen, abgießen und genießen: ein Tee, der überraschend gut schmeckt!

Asthma-Begleittee: Je 30 g Andornkraut, Fenchelsamen, Thymianblätter. 3mal tgl. 1 TL der Mischung mit heißem Wasser anbrühen, 5 Min. ziehen lassen und ungesüßt oder mit Honig gesüßt nach den Mahlzeiten trinken, 3-4 Wochen lang während attackenfreier Phasen.

Andornwein: 20 g getrocknetes Andornkraut in 500 ml Südwein (17-20 %) 1 Woche lang ausziehen, öfter schütteln, danach abgießen. 1-3 EL/Tag einnehmen als appetitanregendes galletreibendes Mittel, zur Stärkung bei Fieber und Husten.

Andornhonig, abgewandelt nach einem Rezept aus dem Lorscher Arzneibuch (um 750 n.Chr.) für Menschen mit chronischem Husten: In 250 ml Honig 2 EL Andornblätter, 1 EL Ysopblätter und 2 EL frischen Ingwer klein geschnitten einfüllen. 2 Wochen ziehen lassen und abfiltern. 3-5-mal tgl. je 1 TL Andornhonig in Hustentee einnehmen.

Ursel Bühring, Hp.

Die bekannte Fachfrau für Heilkunde in Deutschland ist Heilpraktikerin, Krankenschwester, Natur- und Umweltpädagogin, Autorin und Dozentin zum Themenbereich Heilpflanzen und Phytotherapie. 

Als Gründerin der ersten Heilpflanzenschule Deutschlands (1997) entwickelte sie ein eigenes Lehrkonzept (Curriculum) und Lehrmaterial (“U. Bühring: Praxis-Lehrbuch Heilpflanzenkunde”), das heute vielen Institutionen als Grundlage für den Phytotherapie-Unterricht dient, und viele Standardwerke rund um das Thema Pflanzenheilkunde. Ihr Wahlspruch ist: „Schau hin, aber schau genau hin“.

Teilen

Share on facebook
Share on twitter
Share on email
Share on print

Heilpflanzen in der Tiermedizin

Heilpflanzenkunde ist der Beginn jedes medizinischen Systems

Das Heilen mit Pflanzen beginnt mit der Menschheit und lässt sich bis in die Steinzeit zurückverfolgen. Der älteste Fund ist ca. 60 000 Jahre alt und auch „Ötzi“ trug eine gut sortierte Heilpflanzenapotheke bei sich. Seit der Mensch Schriften hat, gibt es Aufzeichnungen über das Nutzen von Heilplanzen. Eine sehr frühe Aufzeichnung ist das Papyrus Ebers. Es ist eine Schriftrolle aus dem Jahr 1 600 v. Chr., die zahlreiche Rezepte mit Heilpflanzen beschreibt.

In allen Regionen der Welt bildeten sich eigene Heilsysteme, dessen Grundlage immer die Heilpflanzen waren. Dabei spielten vor allem die regionalen Planzen eine wichtige Rolle.

Historie der Tiermedizin

Auch die Tiermedizin war in ihrem Ursprung eine Heilplanzenmedizin. Zu Beginn waren es Hirten und Schäfer, später Schmiede und Stallmeister, die tiermedizinisch tätig wurden. In China begann schon früh (16. bis 11. Jh.v. Chr./Shang-Dynastie) ein Boom der Tiermedizin. Besonders Pferde waren wichtige Tiere für das chinesische Reich, denn sie wurden für Kriege und zur Arbeit benötigt. Somit begann sich in der traditionellen chinesischen Medizin ein tiermedizinischer Zweig zu entwickeln, und bereits ab 475 v. Chr. gab es in China spezialisierte Tierärzte. Aus der Han-Dynastie (206 bis 220 v. Chr.) existieren erste tiermedizinische Rezepturen, die auf Bambus geschrieben wurden. 

Aber auch in der westlichen Welt begannen die Menschen früh, ihre wichtigen Haustiere medizinisch zu versorgen. So existiert ein altägyptisches Schritzeugnis der Tierheilkunde, der sogenannte Veterinärpapyrus von El-Lahun (um 1 850 v. Chr.). Dieser beschreibt vor allem die Anwendung von Heilpflanzen bei Rindern. Im 4. und 5. Jh. n. Chr. verfassen Gelehrte wie Apsyrtos, heomnestos, Hierokles und Pelagonius eine Literatur über Pferdeheilkunde. Auch hier werden planzliche herapien in Form von Pflastern, Umschlägen, Tränken, Eingüssen und Einläufen beschrieben.

1250 bis 1750 n. Chr. ist die Zeit der Stallmeister und deren Verbreitung und literarischer Überlieferungen von Heilpflanzenanwendungen beim Pferd. 1250 n. Ch. verfasst ein Schmied das erste Rossarzneibüchlein in deutscher Sprache. Pflanzliche Heilmittel wurden zu dieser Zeit in jeder Stallapotheke vorrätig gehalten. Erst Ende des 14. Jh. n. Chr. wird in verschiedenen Jagdbüchern die Behandlung von Hunden beschrieben. Vor allem Verletzungen, die plfanzlich behandelt wurden, innerlich wie äußerlich, waren hema dieser Bücher.

Heilpflanzen wurden schon sehr früh auch bei Jagdhunden angewendet.

Viele alte Hausmittel, die Sie aus Ihrer Kindheit kennen und vielleicht bei ihren eigenen Kindern anwenden, bewähren sich auch für unsere Tiere, und sie sind häufig nicht weniger wert als die Spritze vom Tierarzt.

Dr. Alexandra Nadig

Industrialisierung

1850 wurde von einem Pharmakologen ein „Lehrbuch der Arzneimittellehre für Tierärzte“ verfasst, das nach und nach ein Umstellen auf chemisch-synthetische Arzneistofe auslöste. Lange Zeit war die Pflanzenheilkunde aus der Tiermedizin verschwunden, galt als veraltet und nicht mehr zeitgemäß. Bis heute ist die Tiermedizin geprägt vom industriellen Fortschritt. Massentierhaltung verlangt schnell wirksame und preisgünstige Methoden und Arzneien. Das Tier als Produkt, als Lebensmittellieferant, aber auch als Sportgerät muss in erster Linie funktionieren und Leistung bringen. Da darf Heilung keine  Zeit kosten und es darf keine krankheitsbeding- ten Ausfälle geben. Hinzu kommt ein beinahe panischer Umgang mit dem sogenannten Ver- braucherschutz, der weit entfernt von jeglicher Realität und Vernunt dazu führt, dass Tiere unnötig gequält werden und sie zu einem äußerst unnatürlichen Leben zwingt.

Das Spiel mit der Angst

Wir leben in einer Zeit, die technisch und synthetisch orientiert ist. Alles scheint machbar, Krankheit ist unerwünscht. Gegen alles gibt es eine Tablette. Die Werbung im Vorabendprogramm zeigt es deutlich. Beindlichkeitsstörungen wie Schmerz oder Verdauungsprobleme können schnell und einfach mit einem Medikament behoben werden und der Mensch kann sofort wieder aktiv funktionieren. Dabei wird sehr viel mit der Angst gespielt und manipuliert. Schaut man jedoch genauer hin, ist zu sehen, dass dabei Realitäten verschoben werden.

 

 

 

 

 

 

Schweinepest, Vogelgrippe, Fuchsbandwurm – heutzutage wird sehr schnell eine Angst geschürt.

Auf meinen Kräuterwanderungen ist dieses hema ständig präsent. Ein Teilnehmer fragt immer ängstlich, wie es denn um die Gefahr des Fuchsbandwurmes stehe und ob er tatsächlich dieses Pflänzchen unbeschadet probieren könne. Darauhin stelle ich jedes Mal die Gegenfrage, wie die Teilnehmer denn zu mir gekommen sind? Etwa mit dem Auto? Dann nenne ich die Zahlen der Unfalltoten durch Autounfälle pro Jahr in Deutschland und weise darauf hin, dass es seit Jahrzehnten keinen Todesfall mehr durch Fuchsbandwurm gegeben hat. Woher kommt also diese Angst? Und vor allem woher diese Angst-Verschiebung?

Angst ist für die, die sich dadurch bereichern können. Angst vor der Walderdbeere sichert den Verkauf von Erdbeeren im Supermarkt. Angst vor Würmern sichert den regelmäßigen Verkauf von Wurmtabletten. Von der gar hysterischen Angst vor Zecken können so einige Pharmaunternehmen wunderbare Umsätze erwirtschaten.

Phytotherapie für Tiere

Wer noch mehr über Heilpflanzen und ihre Anwendung in der Tiermedizin wissen möchte, ist herzlich zu meinem Seminar am 12.- 13. Oktober in Maierhöfen im Allgäu eingeladen. Informationen und Anmeldung findet ihr hier

 

Dr. med. vet. Alexandra Nadig 

studierte Tiermedizin und promoviert zum Thema: Entzündungshemmende Wirkung von Cannabis sativa. Seit 2013 in eigener Kleintierpraxis mit phytotherapeutischem Schwerpunkt in Lorch, Baden-Württemberg. Gründet – zusammen mit ihrem Mann- das Heilpflanzenzentrum AnimaPlanta.

Sie ist zudem als Referentin für Veterinärphytotherapie und  Buchautorin von „Heilpflanzen für Hunde“, sowie zahlreichen Artikeln in Fachzeitschriften tätig.

www.animaplanta.de

Teilen

Share on facebook
Share on twitter
Share on email
Share on print

Kräuter bei Infektionskrankheiten

Verzicht auf Antibiotika

Mensch und Tier haben recht oft mit Infektionen zu tun, diese sind ein tägliches Thema in meiner ärztlichen Praxis. Generell behandle ich Infekte erst einmal mit Heilkräutern, denn diese sind nebenwirkungsarm und helfen oft recht zuverlässig.

Doch auch in der universitären Schulmedizin wird zunehmend zum Verzicht auf Antibiotika zugunsten anderer Maßnahmen wie auch zu pflanzlichen Präparaten geraten, zum Beispiel empfiehlt die Universitäts-Frauenklinik Bern bei Blaseninfekten ein natürliches Behandlungsschema ohne Antibiotika. Dies aufgrund der zunehmenden Brisanz der Resistenzen auf gängige Antibiotika, welche dann bei lebensbedrohlichen Infekten nicht mehr wirken.

Apotheke der Natur

Dabei hat die Natur eine Fülle an hilfreichen Kräutern zur Verfügung gestellt. Denn Pflanzen werden ebenfalls häufig von Infekten durch Viren, Bakterien und Pilze befallen, mit denen sie ständig in engem Kontakt sind.

Die Kräuter entwickeln hierfür ausgeklügelte Schutzstoffe, die stets hochaktuell sein müssen und sich an die Entwicklung der Infektionserreger ständig anpassen, ein sehr dynamisches Wechselspiel also, das stets hochaktuell ist. Schliesslich hängt ihr Überleben davon ab.

Diese pflanzlichen Schutzstoffe, man könnte sie auch das „pflanzliche Immunsystem“ nennen, wirken ebenfalls in Mensch und Tier antiinfektiös. Beispiele sind die vielfältigen ätherischen Öle, oder die meist scharf schmeckenden Senföle, oder auch Gerbstoffe.

 

Feldthymian – Thymus serpyllum

Eine meiner Lieblingspflanzen bei Atemwegsinfekten ist der „wilde Thymian“, auch Feldthymian oder Quendel, lateinisch Thymus serpyllum L. genannt. Er hilft mir immer wieder zuverlässig bei Schnupfen und Erkältungen in der kalten Jahreszeit. Dazu kann er sehr leicht an sonnig-steinigen Ecken im Garten gepflanzt werden, denn er ist winterhart im Gegensatz zum oft frostempfindlicheren gewöhnlichen Thymian.

Dr. Marianne Ruoff

Thymian bei Atemwegsinfekten

Beide Thymian-Arten enthalten Thymol, welches eine Komponente ihres ätherischen Öles ist. In Forschungsstudien konnte gezeigt werden, dass Thymol eine der stärksten antibakteriell und antiviral wirksamen pflanzlichen Einzelsubstanzen ist. Dazu wirkt es schmerzlindernd und krampflösend. Die enthaltenen Gerbstoffe und Flavonoide wirken ebenfalls antiviral, zudem besitzt Thymian auswurffördernde Eigenschaften. Insgesamt also eine tolle Kombination gerade bei Atemwegsinfekten, welche nebst Blaseninfekten und Hautinfekten die häufigsten Infekte des Menschen sind.

Für all diese Infekte gibt es eine große Fülle an Heilpflanzen, deren Auswahl und Anwendung einfacher wird, wenn man die Gesichtspunkte der Traditionellen Chinesischen Medizin mit einbezieht.

Heilen ohne Antibiotika

Wer noch mehr zu antiinfektiös wirkenden Pflanzen, ihrer Anwendung bei den häufigsten Infekten sowie zur Stärkung der körpereigenen Infektabwehr hören möchte, ist herzlich zu meinem Tagesseminar eingeladen. Alle Infomationen zum Tagesseminar folgen bald.

 

Dr. Marianne Ruoff

Dr. med. Marianne Ruoff

Fachärztin für Allgemeinmedizin FMH, Traditionelle Chinesische Medizin
SACAM, Phytotherapie SMGP, in Bern. Sie verbindet Ihre Praxiserfahrung als Fachärztin  und Phytotherapie/Pflanzenheilkunde mit Ihrer Neugier für die Pflanzenwelt mit all Ihren Facetten und Schönheiten. Sie ist in eigener Praxis in Bern/Schweiz seit 13 Jahren tätig.

www.naturalmedizin.ch

Teilen

Share on facebook
Share on twitter
Share on email
Share on print

Ausbildung in Naturheilkunde und Ethnobotanik – 2. Woche

Storl Ausbildung

Ausbildung in Naturheilkunde und Ethnobotanik - 2. Woche

Storl Ausbildung

Mitsommerzeit

Mittsommer sammelten die Kräuterkundigen traditionellerweise die „Johanniskräuter“. Dabei handelt es sich nicht nur um das offizinelle Johanniskraut (Hypericum perfoliatum), sondern um all die kräftigen Heilpflanzen, welche die volle Kraft der Sonne in sich aufnehmen können und uns zum Wohle zur Verfügung stellen. Zu diesen „Sonnwendbuschen“ gehört die Schafgarbe, die Blüten des Holunders, Quendel (Thymian), Dost, Beifuß, Braunelle, Kunigundenkraut und viele mehr.

Eigentlich sollte man alle Kräuter und Wildpflanzen kennen, die im Garten und rund ums Haus wachsen. Diesem Dictum folgend, lief unsere Gruppe am ersten Tag der Ausbildungswoche zuallererst rund um das Seminarzentrum Sonnenstrahl (in Kisslegg, Allgäu), um zu sehen was da so alles wuchs. Obwohl der Rasen gerade gemäht und das „Unkraut“ gejätet worden war, kamen wir nicht weit. Da gab es einfach zu viel zu entdecken. Das, auf trockenem Kies wachsende, Gottesgnadenkraut (Gratiola officinalis) – eine übrigens schützenswerte, stark im Rückgang begriffene Pflanze – hielt uns eine Weile fest. Heute gilt sie als Giftpflanze, aber einst war sie ein wichtiges Mittel der Humoralpathologie, die anwendet wurde, um „Schleim und Galle, auch ‚Bauchwasser‘ auszuleiten und bei Gicht und Epilepsie eingesetzt wurde; Homöopathen verschrieben es bei Nymphomanie.

Johanniskraut – Hypericum perforatum

Der Geist der Pflanzen

Das Hauptthema dieses Ausbildungsblocks war das „Wesen der Pflanzen“. Was sind Pflanzen und warum können sie uns heilen? Inzwischen wissen wir, dass wir mit der Vegetation, die uns die Luft zum Atmen gibt und uns nährt, eine ko-evolutionäre Beziehung haben, die mindestens 400,000 Millionen Jahre zurückgeht und dass Pflanzen keineswegs die primitiven Lebewesen sind, wie wir in unserer Ignoranz so lange glaubten. Die Avantgarde der botanischen Wissenschaft hat inzwischen erkannt, dass Pflanzen höchst sensibel auf ihre Umwelt reagieren, dass sie mehr Sinne als die meisten Tiere haben und absolute Meister der biochemischen Synthese sind. Sie haben durchaus Heilkräfte, die auch empirisch nachweisbar sind.

Für die Indianer und andere indigene Völker der Welt, sind es nicht die Inhaltsstoffe, sondern die Geister der Pflanzen, die uns helfen gesund zu werden. Das war auch das Thema der Referentin Dr. rer. medic. Sarah Moritz, die interessante Feldforschungen bei den Schamanen und Curanderos in Südamerika durchgeführt hatte und am zweiten Tag der Ausbildung über die indigene Sichtweise von Krankheit, Heilung und Pflanzengeister referierte. Sie hob hervor, dass jede indigene Kultur ein einzigartiges Weltbild besitzt, in dem Ökologie, Überlieferungen, Lebensweise, Heilkunde und Geisteswelt einen in sich geschlossenen Kosmos bilden. Am Nachmittag veranstaltete Sarah einen Workshop für Frauenheilkräuter – auch die Männer durften teilnehmen –, wobei auch praktisch gearbeitet wurde und Kräutertinkturen hergestellt wurden.

 

Gast Referentin Dr. Sarah Moritz führt uns auf eine Reise in das Amazonasgebiet

Hildegard von Bingen und Naturverbindung

Der Referent, der uns am Donnerstag begleitete, war Peter (Pitt) Germann, Gründer der bekannten Heilpflanzenschule PhytAro in Dortmund. Pitt, mit dem ich eine Reise zu den Schamanen und Heilern in der Mongolei und der Baikal-Region unternahm – darüber habe ich in dem Buch Wolfsmedizin, AT-Verlag, 2018 berichtet –, führte uns in die Hildegard-Medizin ein. Auch die neuzeitliche Signaturlehre, die sich weniger auf die chemischen Wirkstoffe bezieht, sondern eher auf die phänomenologischen Aspekte, die psychosomatische Heilungsprozesse auszulösen vermögen.

Wir sind ein Teil der Natur und mit ihr verbunden. Diese Verbindungen aber sind teils so verschüttet- wir sind nicht gebildet, sondern verbildet - das wir sie gar nicht mehr wahrnehmen. Hildegard von Bingen sagt "Der erste Schritt mit der Natur Kontakt aufzunehmen ist Schöpfungsschau. Wir beobachten etwa einen Sonnenaufgang auf einem Hügel nach Osten gerichtet und nehmen die Energie der Sonne auf. Dann spüren wir, dass wir keine besonderen Techniken benötigen, sondern die Natur in uns tragen.

Peter "Pitt" Germann

Unser Bad im Moor

Da wir in demselben Gebäude untergebracht waren und gemeinschaftlich essen konnten – eine hervorragende vegetarische Küche übrigens! – entwickelte sich unter den Teilnehmern eine enge Interessengemeinschaft. In den frühen Morgenstunden nutzten die härtergesottenen unter uns die Gelegenheit in einem naheliegenden Moorsee schwimmen zu gehen. Nebel tanzten wie Wassergeister über dem dunklen Wasser des Sees; ab und zu sah man den Rücken von Welsen an der stillen Oberfläche vorübergleiten. Bei den Ausflügen kam auch die Ethnobotanik nicht zu kurz: Entlang des Ufers wachsen dichte Schilfbestände, sowie die gelbe Teichrose (Nuphar lutea), deren Samen die Menschen der Mittelsteinzeit gerne geröstet aßen; dazu gesellten sich Kolonien des aromatischen Kalmus oder Deutsche Magenwurz (Acorus calamus), die eine mächtige Heilpflanze für Magen- und Bauchspeicheldrüsenbeschwerden ist.     

 

Die Woche ging schnell herum – kurzweilig könnte man sagen, statt langweilig. Ich freue mich schon auf unseren nächsten, den dritten Ausbildungsblock. Da wird es um neuere Erkenntnisse in der Phytotherapie gehen, auch um die Blütenelixiere des Edward Bach und die Planetenzuordnung der Pflanzen, die in der Renaissance und zum Teil noch in der Volksmedizin eine wichtige Rolle spielen.  Als Referenten werden uns im September die Kräuterfrau Ursel Bühring, Autorin und Gründerin der renommierten Freiburger Heilpflanzenschule, und Dr.med. vet. Alexandra Nadig, vom Heilzentrum AnimaPlanta, uns begleiten. Schwimmen gehen werden wir sicherlich auch wieder und am Abend am Feuer sitzen, Lieder singen und Märchen lauschen.

Einen schönen Sommer wünscht Euch

Euer

Wolf-Dieter

Wolf-Dieter Storl

Dr. phil. Wolf-Dieter Storl, geboren 1942, ist Kulturanthropologe und Ethnobotaniker. Er lehrte als Dozent an verschiedenen Universitäten, unternahm zahlreiche Studienreisen, ethnografische und ethnobotanische Feldforschungen und veröffentlichte Artikel und Bücher, darunter mehrere Bestseller. Seit 1988 lebt er mit seiner Familie auf einem Einödhof im Allgäu, wo er gärtnert und den Geheimnissen der Natur, Heilkräuter und Wildpflanzen nachgeht.

www.storl.de

Teilen

Share on facebook
Share on twitter
Share on email
Share on print

Ausbildung in Naturheilkunde und Ethnobotanik – 1. Woche

Ausbildung in Naturheilkunde und Ethnobotanik - 1. Woche

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne..

Am Sonntagnachmittag, den 5. Mai, war ich endlich mit dem Waldbuch fertig. Am nächsten Tag begann die Ausbildung für Naturheilkunde und Ethnobotanik vom Forum Sempervivum in dem schönen Seminarhotel Sonnenstrahl, in Kißlegg (Allgäu). Als ich ankam, sagte eine Teilnehmerin; „Deine Augen strahlen ja gar nicht!“ Sie hatte Recht: Nicht nur das Buch war fertig, sondern ich war ebenfalls fix-und-fertig. Aber in der guten Atmosphäre des Ortes, mit dem vorzüglichen (vegetarischen) Essen, mit dem Vorhandensein eines  Schwimmbades, wo ich früh jeden Morgen schwimmen konnte, einer Sauna und vor allem den wunderbaren Menschen, die an der Ausbildung teilnahmen, hatte ich bald mein Strahlen wiedergefunden. „Wunderbare Menschen“ ist keine Übertreibung: immer habe ich beobachten können, dass Menschen, die sich für Pflanzen und Heilkräuter interessieren, eine harmonische Ausstrahlung haben.

Als erstes, wollten wir uns die wildwachsenden Heilpflanzen, die rund um das Haus wachsen anschauen, schafften die Runde aber nicht ganz. Besonders interessant war der Ausflug zum Kräutergarten Artemisis in Stiefenhofen, den Tilmann Schlosser einst gegründet hatte. Es ist ein magischer Garten, mit vielen weniger bekannten Heilkräutern.

Als Gastdozenten begleitete uns die lettische Ethnologin und Dampfbademeisterin Dr. Ieva Ancevska und Dr. med. Florian Ploberger

Tolle Gastreferenten

Als Gastdozenten begleitete uns die lettische Ethnologin und Dampfbademeisterin Dr. Ieva Ancevska und Dr. med. Florian Ploberger. Ieva Ancevska führte uns in die traditionelle Dampfbadkultur und das Weltbild der Letten ein. Das Dampfbad, als Ort der Heilung und der Kommunikation mit den Ahnen und Göttern, hat, ähnlich der indianischen Schwitzhütte, seine Wurzeln in der jüngeren Altsteinzeit, bei den Mammutjägern. Diese archaische Heiltherapie steckt noch immer voller Potential als sinnvolle Heilmethode.

Ich habe in dieser Woche verstanden, wie wichtig es heute ist, das Wissen der alten Heilkunde von verschiedenen Völkern auszutauschen. So können wir unsere eigenen Wurzeln und Traditionen besser verstehen und weitergeben. Immer wenn ich  Erzählungen von Wolf Dieter Storl höre, bekomme ich neue Impulse, Erkenntnisse, die mir helfen unsere alten lettischen und auch gemeinsamen europäischen Traditionen tiefer zu verstehen.

Ieva Ancevska

Der Mediziner Florian Ploberger, der unter anderem in China nahezu vier Jahre TCM studiert hatte und dessen Leidenschaft vor allem die tibetanische Heilkunde und die Übersetzung alter tibetanischer Medizintexte ist, erklärte uns die Grundlagen dieser Medizin aus dem hohen Himalaja – u. a. das Herstellungsverfahren der Medikamente, die verwendeten Heilpflanzen, die Ätiologie, das Wesen des Medizin-Buddha.

Sempervivum: immergrün, zäh, anspruchslos und voller Heilkraft.

Ein Ausblick

Die Ausbildung hat viel Freude gemacht. Peggy und dem Team sei Dank für die hervorragende Organisierung. Ich freue mich schon auf den zweiten Block der Ausbildung (15. – 19. Juli), wo wir uns unter anderem mit den „Johanniskräutern“ beschäftigen werden. Dr. rer. med. Sarah Moritz, Gründerin des Ethnobotanischen Instituts, wird über Frauenheilkunde und den „Geist der Pflanzen“ referieren. Und Pit Germann, Hp., Gründer der Dortmunder Heilpflanzenschule PhytAro, Vizepräsident des BDH (Bund Deutscher Heilpraktiker) und Erforscher der mongolischen Heilkunde, wird uns in die Hildegard-Medizin und die Signaturlehre führen.

Einen schönen Frühling wünscht Euch

Euer

Wolf-Dieter

Wolf-Dieter Storl

Dr. phil. Wolf-Dieter Storl, geboren 1942, ist Kulturanthropologe und Ethnobotaniker. Er lehrte als Dozent an verschiedenen Universitäten, unternahm zahlreiche Studienreisen, ethnografische und ethnobotanische Feldforschungen und veröffentlichte Artikel und Bücher, darunter mehrere Bestseller. Seit 1988 lebt er mit seiner Familie auf einem Einödhof im Allgäu, wo er gärtnert und den Geheimnissen der Natur, Heilkräuter und Wildpflanzen nachgeht.

www.storl.de

Teilen

Share on facebook
Share on twitter
Share on email
Share on print

Tibetische Medizin

Kräuter trocknen

Wissen und Praxis der traditionellen Tibetischen Medizin wurde erstmals nach Einführung der modernen tibetischen Schrift während der Regentschaft des 33. Königs von Tibet Songtsen Gampo (617-698 n. Chr.)

Continue reading